Interview Jörg Brunßen 


Du hast vor einiger Zeit beim Kirchentee vom Verein „Lachende Kinder“ gesprochen. Wie bist du auf diesen Verein gekommen? Wie kam dieser Verein zustande?
„Lachende Kinder e.V.“ ist seit Mitte des letzten Jahres ein eingetragener Verein. Mit einigen Freunden haben wir in den letzten Jahren den Kaffee- und Kuchenverkauf im Haus der Begegnung organisiert. Der Erlös kam dem SOS-Kinderdorf in Worpswede zugute.
Durch meine politische Arbeit habe ich gesehen, dass es auch in Edewecht viele Menschen gibt, die Unterstützung brauchen. Deshalb haben die Initiatoren des Basars und des Kuchenverkaufs sich zusammengesetzt und den Verein gegründet. Zuerst bestand er aus den sieben Gründungsmitgliedern. Mittlerweile sind es 42 Mitglieder geworden.

Welche Schwerpunkte setzt euer Verein?
Wir wollen Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien unterstützen. Dabei wollen wir besonders darauf achten, dass die Kinder und Jugendlichen direkt gefördert werden und dass nicht einfach nur Geld an die Eltern ausgezahlt wird. Hauptsächlich sind wir darauf ausgerichtet, in einer Weihnachtsaktion Geschenke zu kaufen. Aber es geht auch darum, Jugendlichen die Teilnahme an Vereinen zu ermöglichen, für die Mitgliedsbeiträge oder Ausstattungen nötig sind. Letztendlich wollen wir dort helfen, wo die staatliche Fürsorge nicht mehr greift.

Was sind die Prinzipien eures Vereines?
Jeder gespendete Euro wird wirklich für die Kinder ausgegeben. Es wird kein gespendetes Geld verwendet für Verwaltungskosten. Das Wichtigste ist, dass wir das Geld nicht den Eltern geben, sondern dass die „Paten“ mit den Kindern einkaufen gehen. Sie gehen z.B. kurz vor Weihnachten mit den Kindern los, um wichtige Dinge zu kaufen, die sie wirklich benötigen. Es geht also nicht um Nintendo-Spiele, sondern um Kleidung, Bücher, Schulranzen ...
Die Paten sollen aber darüber hinaus regelmäßig Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen behalten, um zu beobachten, ob der geförderte Verein wirklich aufgesucht wird oder um ihnen und ihren Eltern Tipps zu geben, ihr Leben besser zu bewältigen.

Wie finanziert ihr eure Aktionen?
Die ersten Monate waren äußerst erfolgreich. Wir haben sehr viele Spenden erhalten durch die anfängliche Berichterstattung. Es waren sogar Einzelspenden von über 500 € dabei! Der Mitgliedsbeitrag beträgt mindestens 12 €. Hinzu kommen Erlöse durch Kaffee- und Kuchenverkauf oder Verkauf von Suppe auf dem Basar im Haus der Begegnung. Wir bekamen auch Geldspenden von Schulklassen.
Leute sind erstaunlich bereit zu spenden, wenn sie wissen, dass das gespendete Geld ohne Umwege direkt für den gedachten Zweck ausgegeben wird.

Wie kommt ihr denn an die Kinder heran, die Unterstützung bekommen?
Wir arbeiten eng mit dem Jugendamt in Westerstede und anderen sozialen Einrichtungen zusammen. Diese Einrichtungen müssen zunächst Kontakt mit den Eltern aufnehmen und von dort die Zustimmung zur Weitergabe ihrer persönlichen Daten einholen.

Gibt es viele bedürftige Menschen in Edewecht?
Auch in Edewecht gibt es wirklich unbeschreibliches Elend in manchen Familien. Unter anderem haben wir zu Weihnachten ein Kind glücklich gemacht, dessen Mutter sich vor einiger Zeit das Leben genommen hat und dessen Vater heute alkoholabhängig ist – und das ist kein Einzelfall! Nicht nur in den Großstädten, auch bei uns gibt es viele Probleme.

Wie kann man Mitglied oder Pate werden?
Am einfachsten geht es, wenn man sich sonntags an mich wendet. In den nächsten Wochen werde ich auch Flyer in der Kirche auslegen. Pate kann nur werden, wer Mitglied des Vereines ist. Man kann aber auch passiv den Verein unterstützen oder Mitglied werden, ohne sonstige Verpflichtungen zu übernehmen. Der Verein ist jetzt nicht mehr nur auf Edewecht beschränkt. Wir unterstützen auch Kinder außerhalb unserer Gemeinde.

Kirchenzeitung der EMK Edewecht, Heiko Müller
 
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